DER MUND IST VOLL
Logopädinnen begegnen in ihrer täglichen Arbeit im Bereich der Therapie orofazialer Therapien immer wieder Patientinnen und Patienten, die gleichzeitig kieferorthopädisch behandelt werden. Im Mund befinden sich Apparaturen, Platten oder andere Geräte – und nicht selten stellt sich die Frage: Was genau macht dieses Gerät eigentlich? Und welche Auswirkungen hat es auf meine logopädische Therapie?
Genau hier setzt mein neues Seminar an.
Ich möchte kieferorthopädische Geräte aus einer logopädischen Perspektive betrachten. Welche Geräte gibt es? Wofür wurden sie entwickelt? Welche Strukturen und Funktionen sollen sie beeinflussen? Und vor allem: Was bedeutet ihre Anwesenheit für unsere therapeutische Arbeit?
Denn nicht jede kieferorthopädische Versorgung unterstützt automatisch die Ziele, die wir in der Logopädie verfolgen. Manche Geräte können bestimmte Funktionen beeinflussen, erschweren oder therapeutische Prozesse inhibieren. Umso wichtiger ist es aus meiner Sicht, dass wir als Logopädinnen verstehen, womit wir es im Mund unserer Patientinnen und Patienten eigentlich zu tun haben.
Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, kieferorthopädische Entscheidungen zu bewerten. Mir geht es darum, die eigene therapeutische Arbeit besser einordnen zu können. Wenn wir verstehen, warum ein Gerät eingesetzt wurde und wie es wirkt, können wir unsere logopädischen Ziele realistischer planen und unsere therapeutischen Entscheidungen bewusster treffen. Und das sichert dann auch die Qualität unseres Arbeitens ab.
Auch hier folgt mein Ansatz dem Grundgedanken meiner Arbeit mit M.U.N.D.T. und AHMA: Struktur und Funktion lassen sich nicht voneinander trennen. Was im Mund vorhanden ist, beeinflusst die Möglichkeiten der Funktion – und damit auch unseren therapeutischen Wirkungsgrad.
Ich möchte mit diesem Seminar dazu beitragen, dass Logopädinnen sicherer werden, wenn sie vor einem Patienten sitzen und denken: Der Mund ist voll – aber was bedeutet das eigentlich für meine Therapie?